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Sonntag, 2. September 2007

Hochzeitsbild

Samstag, 1. September 2007

Chronologie einer Hochzeit I.

Chronologie einer Hochzeit....

Mittwoch, 22.08.2007
Verzweifeltes abendliches warten auf Irienne. Ihr Flugzeug startet nicht, da ein Triebwerk wegen Steinschlaf beschädigt ist (Anmerkung von Cev: das Flugzeug hatte Steinschlag. Steinschlaf ist das was ich seit der Hochzeit hab;-)). Vermuten eine weltweite Verschwörung und einen tiefendimensionalen Fluch, der auf der Strecke Berlin-Stuttgard liegt. Die Schneiderin C. wird von ihrem Bücherregal angegriffen.

Donnerstag, 23.08.2007
6.00 Uhr: Cev erhebt sich schläfrig grunzend aus dem Bett um Irienne in Schönefeld einzusammeln.

9.00 Uhr: Irienne und Cev taumeln bepackt und mit blutunterlaufenen Augen in die Wohnung, jammern nach Kaffee.

9.30Uhr: Luba & Tex rücken mit dem Mietwagen an. Wir packen Kästenweise Dekokram und 120 Meter Organza in den Kofferraum, sammeln unterwegs den DJ ein und gurken zum kleinen Wannsee raus. Der Bräutigam muss wegen Platzmangel mit der S-Bahn hinterhertuckern.

11.05 Uhr: Wir sind zwar inzwischen irgendwo in der Nähe des kleinen Wannsee, haben uns allerdings verfahren. Mein Morgen-Tee reinkarniert sich gerade in meiner Blase. Verfluchte jedes Schlagloch. Luba hat erbarmen und hält neben einem Restaurant. Folgender Dialog.
Braut: „Äh.. Entschuldigung... wir haben uns leider dezent verfahren.. und ähm.. könnte ich ihre Toilette benutzen bevor ich-..äh--“
Zum-Restaurant-gehörige-junge-Frau-die-draußen-kehrt: *guckt grinsend hoch* „Bevor sie überlaufen? Oder Platzen?“
- Sie hatte dann doch noch erbarmen und wies mir den Weg zum gelobten Land (vorbei an zwei verdutzten Mafia-Paten die an der Theke wahrscheinlich gerade über das neue Schutzgled verhandelten.).

11.30 Uhr:
Wir erreichen (über einen matschigen Waldweg, am Tag zuvor brachen sintflutartige Regenfälle über Berlin herein und überschwemmten (mal wieder) unseren Keller) das Vereinshaus des Astoria Ruderclub am Wannsee. Eifriges Ausladen beginnt. Netterweise haben U. und die Wirtschafterin Frau K. am Vortag Langeweile gehabt und haben deswegen die Tische schon gestellt und mit weißen Decken versehen. Nach einem Schluck Wasser, vielen Zigaretten und einer musikalischen Besprechung mit dem DJ schlägt der Deko-Wahnsinn los. Wir zerscheiden meterweise bordeauxfarbenen und weißen Organza den ich in einen Anfall von Hochzeitskaufsucht schon im März günstig bei Ikea erstanden hatte. Die rustikal Theke wird damit obenrum verhüllt, unauffällig versuchen wir Wimpel, abgebrochene ( mit Edding künstlerisch verzierte) Ruderblätter und Clubabzeichen zu verdecken. Die Braut wird samt Gartenschere in die Pampa gejagt um Efeu für die Dekorationswütigen zu erbeuten. Kurze Überlegung ob Efeu a) giftig ist und ob wir b) damit trotzdem die Tische fürs Buffet beglücken können und ob c) irgendeiner der Gäste wirklich blöd genug wäre an dem Giftzeug zu knabbern. Wir gehen kurz in uns und entscheiden uns nach reiflicher Überlegung (30 Sek.) für d) kein Efeu am Buffet.

12:00 Uhr:
Mein Zukünftiger bemerkt kleinlaut, dass er die Schrauben für die Feuerschale zu Hause liegen gelassen hat. Cev. Denkt ernsthaft daran sie am Samstag nach der Trauung noch „rasch“ selbst aufzubauen. Lachkrämpfe meinerseits.

13.00 Uhr:
Tex verkündt, dass er „mal eben“ in die Zivilisation fährt. Fragt Irienne ob sie auch was will. Sie bestellt eine Cola Light. Luba spricht den verhängnisvollen Satz: „Ohja! Was zu trinken wäre schön!“

....Stunden später. Wollten Tex gerade verschollen melden, da kehrt er wieder zu unserem Stamm der verwahrlosten und hungrigen Dekorateuere zurück. Mit einer Cola für Irienne und nix für Luba. Cev flüchtet zu Irienne und mir auf die Terrasse. (Anm. von Cev: von wegen flüchtet. "Cev, möchtest du dich nicht mal kurz zu den Mädels raus setzen?" waren ihre Worte und es klang nur sehr wenig nach Frage. ;-)) Klammern uns schutzsuchen aneinander und drücken uns nebenbei an der Fensterscheibe die Nase platt um auch ja nicht zu verpassen wie Luba ihren Liebsten unangespitzt in den Boden rammt. Es fließt kein Blut, leider. Scheiß Selbstbeherrschung.

14.30 Uhr:
Luba zupft nochmals jedes Fitzelchen Organza persönlich zurecht (natürlich wunder, wunderschön macht sie das *Kopf einzieh*) Cev tapst auf der Suche nach weiterem Efeu verwirrt durch die Beete. Entringe ihm die Schere und ziehe in die Wildnis um weitere Mammuts..äh.. Efeuzweige in die Höhle zu schleifen. Leide unter bohrenden Migräneanfällen. Mag daran liegen, dass ich heute noch absolt Null an Naturalien zu mir genommen habe. Irienne zwingt mich mein mitgebrachtes Brot hinunter zu würgen.

15.00 Uhr:
Frage Tex ob er vielleicht am Samstag die Feuerschale aufbauen kann, da Cev kaum noch Zeit dazu finden wird an unserem Hochzeitstag. Er verneint. Er käme erst so gegen 18.00 Uhr zur Hochzeit. Er müsse sich auch noch eine Kneipe mit Fernseher am Wannsee suchen, da er da sein Fußballspiel sehen will. Ich nicke höflich, werfe einen Blick auf Luba und denke mir innerlich diabolisch grinsend: „Ok, es ist dein Leben..“

ca. 16.00 Uhr:
Wir begeben uns auf den Heimweg. Heftige Diskussionen um die Strecke entbrennen während der Fahrt (An einer Kreuzung, die ampel schaltet auf Grün: „Hm... du könntest da lang.. *murmelbrubbel* oder da lang *nuschelmurmel*“ Schreikrampf seitens der Fahrerin (Luba). Kann sie knapp davon abhalten ins Lenkrad zu beißen. Der Typ vom Autoverleih ruft auch noch an, entpuppt sich aber als sehr nett. Wir sollen den Schlüssel zwischen die Lamellen irgendeines obskuren Zeitungsladens werfen wenn wir wieder da sind.

16.30 Uhr:
Wir irren – dank Vollsperrungen und diversen Umleitungen samt Staus – nervlich völlig fertig und vor Hunger entkräftet durch Berlins Straßengewirr.

ca. 17.30 Uhr:
Auf der Suche nach Feuerholz für die Feuerschale machen wir einen Zwischenstop bei Bauhaus und Ikea Tempelhof. Weiter Spannungen entladen sich während Cev gen Baumarkt stapft. Irienne fasst mich an der Hand und schleift mich rasant aus der Gefahrenzone bevor wir zu Kollateralschäden mutieren. Wanke gen Klo. Diabetes in Kombination mit Hochzeitsnulldiät ist Scheiße. Mir ist schlecht, schwindlig und iregndein kleines Männchen hockt mit einem Vorschlaghammer in meinem Schädel. Kann gerade noch verhindern, dass Irienne mit ins Klos kommt um zu verhindern, dass ich auf selbigem Zusammenbreche.
Unser verstreuter Stamm findet an der Futterstelle (Ikea Hotdogstand) wieder zusammen. Alle (außer mir) fallen über die unschuldigen Würstchen her. Lubas Laune hebt sich dank Kohlenhydratzufuhr. Irienne wird Ikea-Hotdog-entjungfert.(Cevs Formulierung)

ca. 18.20 Uhr
Luba wirft uns zu Hause aus dem Auto. Alle sinken auf den Sofas in sich zusammen.Später am Abend wanken Irienne und Cev noch zur türkischen Bistrobesitzerin, um die Anzahlung für einen Teil des Hochzeitsessens zu tätigen und Schafkäsepasten fürs Abendbrot zu kaufen. Ich webe derweil verbissen per Cardweaving an Cevs und meinem Hochzeitsband.


ca. 21.00 Uhr:
Ich stelle mit erschrecken fest, dass die sonst so leckeren Pasten mit Koriander verseucht sind. Schmeckt für mich wie Seife. Kriege Zustände, sehe eine kotzende und vor sich hin röchelnde Hochzeitsgesellschaft vor meinem geistigen Auge.Versuche verzweifelt Nazan per Teelfon zu erreichen, mir kreischt nur fröhlich ein Fax-Gerät ins Ohr. Cev bastelt am PC noch Handzettel für die Hochzeit. Irienne tütet unsere Give-Aways in Form von selbst gesiedeter Seife in Tütchen ein (die Dani einer Teehändlerin abgerungen hat). Ich. Webe. Immernoch. (Hab ich schon, erwähnt, dass ich noch webte?)
Sinken nach Mitternacht vollkommen fertig ins Bett.

Mittwoch, 29. August 2007

Hochzeit: done :-)

wir haben es hinter uns! es war wirklich ein fantastischer tag - ach was, das ganze wochenende war toll! eine wunderschöne trauung, danach ein tolles ritual am wannsee und wahnsinnig tolle und usn wichtige menschen, die sich die mühe gemacht hatten an diesem tag bei uns zu sein.
kann noch immer gar nicht begreifen, dass ich wirklich verheiratet bin, dass das alles wirklich passiert ist - auch wenn ich mich den größten teil der hochzeit fühlte, als würde ich zurück treten und das ganze beobachten, wähend ich tanzte, lachte, hochzeitskuchen aß, cevs hand drückte und mit den gästen sprach.
irgendwie hätte ich nie gedacht, dass es wirklich passiert *kopfkratz* und wirlich anders als vorher fühle ich mich nun auch nicht... aber es war dennoch wunderschön.

so und jetzt falle ich ins bettchen. auch wenn meine gehirnfunktionen nach dem stress der letzten tage nun langsam wieder einsetzen sind wir immernoch total fertig.


liebe grüße,

B.

Montag, 20. August 2007

Polterabend..

.. und Beerdigung haben wir jetzt hinter uns. die Beerdigung war seltsam (der Trauerredner hatte einen dezenten Spleen) aber ganz schön. Der Polterabend am Samstag war wunderbar. Viel eLeute sidn gekommen udn haben leckere Dinge mitgebracht, einige Nachbarn waren lange da und wir haben mit Bierbänken und Biertischen bis spät in die Nacht im Innenhof gesessen. (Ja, die Schaukel wurde auch okkupiert *fg*)
Also wirklich ein ganz toller Abend - einziges Opfer des Polterabends: eine fette brauen Nacktschnecke die leider totgetrampelt wurde. Wer von meinen Zorn auf diese spanischen Einwanderer gelesen hat,wird sich denken, das mein Mitleid relativ gering war (Ok - vielleicht waren auch die Massen an Sekt daran schuld.. *hüstels*).

Eben gab es dann noch ein lustiges Telefonat mit meiner Schwester über Hochzeiten und mütterliches Verhalten, während Cev nebenbei am Brettchenwebrahmen verzweifelt und sich in den Garnen des Hochzeitsbandes verheddert.
Aber inzwischen hat er glaube ich den Dreh raus *stolzguck*. Heute Nachmittag war auch nochmal meine liebste Haus- und Hofschneiderin Celi hier und ich kontn das fertig zusammengesteckte Kleid für die Standesamtliche Trauung anprobieren. Ich stand dann verzückt vorm Spiegel, versuchte die blutdürstigen, sich in meinen Alabasterleib bohrenden Stecknadeln zu ignorieren und hauchte nur mir großen Augen: Ich sehe aus wie eine Prinzessin....
Celi gab ein zufriedenes Knurren von sich und scheuchte mich dann mit liebevollen Worten ("LOS! Raus aus dem Kleid!") aus dem Textil.
Hach.. schön.. inzwischen kann ich mich - trotz zwangzigtausend unerledigter Hochzeits-To-Do-Listen - schon fast wieder drauf freuen.. :-)

Samstag, 11. August 2007

mal was erfreuliches ...

A. war bis eben hier und hat mit mir zusammen einen teil der give-aways hergestellt. jetzt bastel ich noch ein wenig an der tisch-deko herum... also ich finde dass sie toll aussieht...
:-)
ich bin ja versucht ein bild einzustellen.. aber.. mh.. bin ich da abergläubisch? will ich meine gäste doch lieber überraschen...? *grübels* keine ahnung.. was meint ihr?
vielleicht mache ich ja morgen doch noch ein foto. (oder auch nciht *zunge rausstreck*;-))
somit ist dies ein mitternächtlcher sinnlos-schwall-eintrag.
muss auch mal sein. wenigstens jammer ich nicht depressiv die sterne an.
mein hochzeitsschmuck ist auch heute eingetrudelt. muss ich allerdings noch was dran ändern lassen. termin mit pediküre und maniküre nen tag vor der hochzeit ist auch vereinbart. klamotten befinden sich immernoch im zustand der entstehung und meine ersteigerten dunkelblauen brautschuhe sind immer noch nicht da. meine zu kleid und schuhen passenden haarnadeln (jaaaaaaaa! sowas BRAUCHe ich wirklich! dringend! lebensnotwendig! *schaum vorm mäulchen hat*) haben auch noch nicht den weg in meinen briefkasten gefunden und ich muss noch mal den frisör heimsuchen und nachhaken, ob auch alles klappt an dem samstag.
*paranoia-schübe unterdrück* und, und... UND und ich muss noch *wargh* wieso ist die verdammte hochzeit eigentlich shcon in zwei wochen?? ich hab keine zeit!!!!!...argh....*panik unterdrück*
*hyperventilier*

*hechel* (ist sowas eigentlich normal?)
ich geh mal brav aufs sofa und lasse mich von cev und einer tasse kakao beruhigen...*erzwungen ruhig hochzeitsdeko weiterbastel*

Mittwoch, 8. August 2007

*finster auf die außenwelt starr*

eigentlich wollte ich jetzt was schönes bloggen..
über meinen tollen brettchenwebrahmen zum beispiel.
jedenfalls bis ungefähr zu dem moment, an dem ich meinen rechner startete, ins nebenzimmer ging, dort ein rythmisches klickern und klackern vernahm und innerlich erstarrte.
ein innerlichs "Neeeeiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiinnnnnn!!! (man stelle sich das langsam verhallend in meinem leeren, prä-koffeinisierten schädel vor) kreischend, inklusive hektischem zurück rennen, verwirrt auf bluescreen starren und hoffen, dass ich soeben NICHT ohrenzeugin des berühmten "click of death" geworden bin.
keine ahnung an welcher krankheit mein armer kleiner puter nun genau dahin siecht - ich weigere mich ihn ohne kompetenten beistand an meiner seite aus dem koma zu erwecken.

jetzt hab ich erstmal asyl an cevs rechner genommen. irgendwie macht das ganze einen düsteren tag noch düsterer... bin schon seit tagen in einem loch, aus dem ich nicht recht heraus finde und nur weiter hinab gezogen werde.
hatte eigentlich gehofft, dass mir sowas nicht mehr so extrem passiert. aber ich schätze mal, alle derzeitigen umweltfaktoren begünstigen es etwas..

*einroll*
ich geh mich dann mal in einer tasse milchkaffee ertränken oder so...

Montag, 30. Juli 2007

back again

bin wieder aus dem tollen frauencamp da und habe viele wundervolle erinnerungen, momente und begegnungen mit tollen frauen mitgenommen.
am freitag trudelte ich wieder in berlin ein und habe (nach dem ganzen wirklich leckeren vegetarischen essen) meine zähne erstmal in ein bluttriefendes stück deutschem jungbullen versenkt.
am samstag morgen rief leider cevs mom mit einer schlechten nachricht an, sein großvater (der für ihn eigentlich eher ein vater war) ist samstag morgen verstorben. göttin sei dank ist er nach der seit jahresbeginn stark voranschreitenden krebserkrankung friedlich eingeschlafen. dennoch kam sein tod - mit dem wir alle gerechnet hatten - sehr plötzlich. wir hatten alle gehofft, dass er die hochzeit seines lieblings-enkels noch miterleben kann.

meinankommen in der "wirklichen welt" war also sehr schlagartig und das ganze wochenende erstmal mit trauerarbeit erfüllt. (meine güte hört sich das geschwollen an... *sfz*)
gestern waren wir dann noch mehrere stunden bei cevs oma. sie tut mir so wahnsinnig leid, und es ist so schwer für sie nach 60 jahren ehe und engster gemeinschaft plötzlich allein da zu stehen. bis zum ende war er relativ klar, in den einzigen verwirrten momenten die er hatte ist sein geist in die zeiten zurück gekehrt wo er wohl am glücklichsten war: beim basteln und bauen in seinem großen garten und zu seiner frau. als sie erzählte er habe noch am vortag über ihren arm gestreichelt und gesagt "komm.. jetzt gleich ziehen wir uns um, und dann gehen wir zusammen tanzen im Café Kremer [wo sie sich auch damals kennen gelernt hatten]!" mussten wir beide schon ziemlich schlucken...
und jetzt heißt es sehr bald (und noch vor der hochzeit) die wohnung der beiden auseinander zu sortieren, in kisten zu verpacken, dinge weg zu schmeißen (sowas tut so in der seele weh) und wegen der jetzt zu hohen miete den umzug in eine kleinere wohnung (göttin sei dank im selben wohnheim, so dass sie ihre leutchen da weiter kennt) über die bühne zu bringen.

also liebe (und so kurz nach dem tollen camp schon wieder geschafte) grüße,

eure B.

Freitag, 20. Juli 2007

Lughnasadh – Lammas – Schnitterfest – Kornfest

Lughnasadh – Lammas – Schnitterfest – Kornfest

1.8.

Mit diesem lunaren Fest wird das sechste der acht Feste im heidnischen Jahreslaut gefeiert. Es ist – neben Mabon und Samhain – das erste Erntefest der beginnenden Herbstzeit, der Gott stirbt seinen Opfertod, um uns zu nähren.

DSCF2119

Die Bezeichnung Lughnasadh (gesprochen „Luh-nass-ah“) bedeutet übersetzt in etwa: „Lughs Erinnerung“ bzw. „Gedenken“. Lugh war ein pankeltischer Licht- und Feuergott. Er erscheint ebenso in der irischen Sagenwelt als ein Führer des geheimnisumwobenen Volkes der Túatha Dé Danann. Auch an diesem Festtag gibt es wieder große Feuer. Seltsamerweise werden– vielleicht weil der Erntebeginn damals mit Märkten einher ging an denen das Volk zusammen kam – zu diesem Datum traditionell auch gerne Handfasting-Rituale abgehalten.

Der Name Lammas leitet sich vom angelsächsischen „hlaf-mass“ bzw. englischen „loaf-mass“ ab, was soviel wie „(Brot-)Laib-Messe“ bedeutet und auf eine Brotweihe, bzw. Opferung der ersten Brote aus der neuen Ernte – zu Ehren von Korngott und fruchtbarer Göttin – hindeutet.

Wurde an Litha noch die strahlende, im Zenit befindliche Macht des lichtbringenden Gottes gefeiert, neigt sich nun das Jahr, bzw. das Leben in der Natur ganz, ganz langsam der dunkleren Seite zu. Das Jahresrad dreht sich in seiner Unendlichkeit weiter, das Ende der Herrschaft des Licht ist absehbar, der Sommer stirbt. Zu Mabon wird der Lichtbringer endgültig seine Reise in die Unterwelt antreten, zu Samhain dort angelangen.

Nicht nur der Sonnengott nimmt langsam Abschied vom noch lebendigen und erfüllten Jahr, auch die allumschlingende Göttin tritt wieder in einen Wandel, neben ihrem Aspekt der schwangeren, lebensschenkenden Mutter altert sie mit dem Jahreslauf, schwingt ihre Sichel und wird zur unerbittlichen Schnitterin. Mit dem ersten Korn das geschnitten wird, löst sich auch langsam die körperliche Verbindung von Göttin und Gott als Liebende. Das Korn fällt, mit ihm der Gott, der stirbt damit wir überleben, uns von ihm nähren können. Wir essen seinen Leib, damit wir leben können, sein Blut sichert im nächsten Jahr das Fortbestehen. Der Opfertod ist ein Glaubensaspekt auf dem auch der christliche Glaube grundlegend basiert. Neben dem Kreuzigungstod Christi kann man auch mit dem letzten Abendmahl („Und er nahm das Brot, dankte und brach`s und gab`s ihnen und sprach: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird [...] Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird!“ ) Vergleiche herstellen.


Assoziierte Farben: Noch immer herrschen die leuchtenden Farben des Sommers vor. Sonniges Gelb, Weizenkorn-Gold, Orange, Rot, Grün und Blau, vermischt mit leisen Herbsttönen.

Möglicher Altarschmuck: Roter Mohn, Kornblumen, Disteln, Rittersporn, Kornähren, Weizengarben, Haferbündel, Maiskolben, reife Früchte der Jahreszeit. Aus Getreide gewundene Kränze. Kornpuppen, die später dem Feuer übergeben werden. Sicheln, Schneide- „Schnitter-“Werkzeuge. In der Mitte des Altars ein Brot in Form eines Mannes, das rituell gemeinsam verzehrt wird.

Magischer Aspekt:
Das erste Korn, die erste Ernte des Jahres wird eingefahren. Auch im Übertragenen Sinne: Unsere Anfang des Jahres geplanten Projekte sollten jetzt langsam anfangen zu reifen. Sie hatten Zeit Wurzeln zu schlagen, sich zu verfestigen, ausgearbeitet zu werden, jetzt sollten sie langsam Früchte tragen, sichtbare, erste Ergebnisse aufzeigen. Wir genießen, aber nicht ganz so lautstark, sehen in unserem Geist die herandrohende dunkle Jahreszeit, betrachten unsere Ängste genau (Werde ich Erfolg haben? Wird mein Projekt scheitern?), um sie ablegen zu können. Ernte bedeutet auch Abschied, ein Ende, birgt aber auch den Samen des Neuanfangs der gesammelt, behütet und - zu rechter Zeit im nächsten Jahr gepflanzt- neues Leben entstehen lässt. In jedem Ende lebt ein Neuanfang, wir sehen, dass der Kreis des Lebens sich schließt. Rituale zum Loslassen sind an diesem Tag gut platziert.

Wer zu Ostara, wie damals vorgeschlagen, Sämerein besprochen und gepflanzt hat, kann nicht nur sinnbildlich ernten.

Speisen: Blutroter Wein im Kelch. Frische, aus der ersten Getreideernte gebackene Brote, mit eingeritzten Kornähren auf dem Laib. Ein großes Brot in Gestalt des Korngottes kann auf dem Altar liegen und nachher gemeinsam verzehrt werden. Dazu Butter, kräftige und dunkle Wildgerichte, frisches Obst, Backwerk aller Art, Honig, rote und schwarze Beeren (Himbeeren, Johannisbeeren usw.)

Quellen:
Janet & Stewart Farrar „Eight Sabbats for witches“
Starhawk „Der Hexenkult als Ur-Religion der großen Göttin“
Die Bibel. Nach der Übersetzung Martin Luthers

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